Julian im Café

Dienstags fahren wir mit Julian zur Bobath-Therapie. (Die Therapien, die wir so machen, erkläre ich mal demnächst noch). Da wird dann eh schon in der Stadt sind, machen wir meistens direkt irgendwelche Besorgungen mit – Flaschen, Mützen o.ä. Heute stand nichts weiter auf dem Programm und so sind wir anschließend ins Café gegangen.

Und Hurra: Julian verhielt sich fast wie ein normales Kind. Er hat einfach keine Lust dazu: Erst saß er in seinem Rehabuggy und hat dort mit den Füßen auf dem Trittbrett rumgetrampelt. Das kann mitunter schonmal echt laut und störend werden. Dann hat ihn Fiona (die heutige „Aufpasserin“) rausgenommen und auf den Schoß genommen. Das war dem Herrn aber auch nicht genehm. Er kasperte weiter rum und blieb nicht sitzen. Er versucht dann immer mit allen Mitteln vom Schoß zu rutschen. Auch ein Löffel meines Milchschaums hat ihn nicht interessiert. Er kann ja nicht schlucken, findet es aber oft genug interessant, einen anderen Geschmack Mund zu haben. Heute nicht. Ich habe dann auch noch mein Glück versucht und ihn zwischen meine Beine gesetzt. Das toleriert er manchmal, weil er dann fast alleine sitzt. Julian ist schließlich schon ein großer Junge! Heute hat das aber auch nicht gereicht. Das Gekaspere ging weiter und er hat es fast geschafft mit seinen Füßen meinen Cappuccino vom Tisch zu fegen. Diesen habe ich dann lieber fix ausgetrunken.

Wir haben schon besprochen, dass wir demnächst einen Gurt mitnehmen, um ihn alleine auf einen Stuhl setzen zu können. Doch auch dann müssen wir tierisch aufpassen. Julian schmeißt nämlich mit Vorliebe seinen Kopf nach vorne, hinten oder zur Seite und das in einer Geschwindigkeit, dass der blaue Fleck vorprogrammiert ist… Zurück in den Rehabuggy und auf dem Weg nach draußen, war dann wieder alles ok. Er hat geguckt und war zufrieden. 🤷🏼‍♀️ Ich sage ja, ein ganz normales Kind eben. ☺️

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Julians 4. Geburtstag…

… und er hat gleich drei Mal gefeiert. Am Freitag mit Kindergartenfreunden, einem Kind aus der Nachbarschaft, seiner Cousine und natürlich mit seinem großen Bruder. Julian hat das Tohuwabohu sehr gut mitgemacht. Er war die ganze Zeit mittendrin. Und die von seinem Bruder organisierte Schatzsuche haben alle mit Hilfe der Eltern auch erfolgreich zum Ende gebracht. Abends war er dann auch echt platt. 

Am Samstag und am Sonntag standen dann noch Kaffeetrinken mit der Familie und der Patentante an. Der Samstag war ganz entspannt. Am Sonntag war es dann wohl genug. Julian äußert seinen Unmut oft dadurch, dass er „spuckt“. Und so kam der liebevoll pürierte Kuchen wieder retour. Er hat dann den Rest des Nachmittags in seinem Zimmer auf der Decke verbracht und somit das Geschehen von der Ferne verfolgt. Das war genug für ihn. Es ist nach wie vor so, dass es ihm immer mal wieder schnell zu viel wird und da ist es gut, dass er seinen Rückzugsort hat, an dem er sich wohlfühlt. 

Wir hatten dieses Jahr den Eindruck, dass er das Prinzip mit dem Geschenke auspacken verstanden hat. Er war auf jeden Fall sehr bemüht, das Papier vom Geschenk zu entfernen. Das ist für ihn eine besondere Herausforderung, da seine Arme und Finger nicht ganz das machen, was er möchte. 

Von seinen „Aufpassern“ hat er selbst gemachte Knete geschenkt bekommen.
Julian erhält eine spezielle Ernährung, somit gab es eine eigene Torte für ihn. Die Reste sind püriert und eingefroren und stehen für die nächsten Kaffeetrinken bereit.
Der Therapiestuhl wurde natürlich auch dekoriert – mit einer Happy-Birthday-Lichterkette.
Zu einem 4. Geburtstag gehört natürlich eine ordentliche Piratenparty.
Gut, wenn man einen großen Bruder hat, der bei den Geschenken hilft.

Ein Spaziergang im Wald

Heute waren wir mit Julian seit langem Mal wieder im Haxtergrund – ein wunderschönes Stück Wald in der Nähe von Paderborn. Wir haben genau die Regenpause abgepasst und eine Runde gedreht. Julian schien begeistert. Er hat auf jeden Fall begeistert seinen Kopf hin und her geworfen und mit seinen Füßen getrampelt. Und wehe wir sind stehen geblieben, dann wurde das Getrappel lauter. Und als wir ihn gefragt haben, ob er schneller möchte, hat er noch stärker getrappelt. Wir werten das Mal als „Ja“. Und das „Picknick“ (Obstmus über die PEG) hat ihm auch gefallen. 

Die Kommunikation ist nach wie vor eine große Herausforderung. Mit Sprechventil kann er zwar Töne produzieren, aber neben Schreien gibt es aktuell nur Gebrabbel. Das Kopschütteln beim „Nein“ passt häufig. Wir versuchen jetzt, ihm das Nicken beizubringen. Vielleicht klappt es ja. Wir merken aber, dass er wirklich eine Menge versteht. Er ist ja nun auch bald 4 und man darf ihn nicht unterschätzen…. 

Julian on Tour

Seit knapp zwei Wochen haben wir ein größeres Auto zur Verfügung. Das macht das Leben schlagartig wesentlich einfacher. Jetzt bekommen wir Julian mit seinem ganzen Zubehör, seinem Rehabuggy und seinem „Aufpasser“ bequem ins Auto. Und Julian liebt das Auto – kaum sitzt er drin, ist er total ruhig. Top! Unser großer Sohn hat auch genug Platz und er ist hellauf begeistert vom Auto. Das ganze hat jetzt was von Busfahren und ich hatte echt Respekt mit dem Auto zu fahren. Zwei Dinge macht das Ganze allerdings tatsächlich erträglich: die Rundum-Kamera und der Schwerbehinderten-Parkausweis. Und so waren wir mit Julian in der letzten Woche im Tierpark in Olderdissen (da konnten auch direkt Oma und Opa noch mitfahren), bei IKEA und auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe.  Gerade letzteres war sehr schön. 

„Deutschland vor, noch ein Tor“

Julian ist Fußball-Fan! Wir haben heute das Spiel Deutschland – Kamerun beim Confederations-Cup geschaut und Julian war mittendrin. Er war schon den ganzen Tag total aufgeregt und konnte auch seinen Mittagsschlaf nicht machen, weil er offensichtlich wusste, dass heute etwas besonderes ist. Um 16.30 Uhr ging es dann mit Sack und Pack ins Büro, weil wir uns dort mit Familie und Freunden zum Rudelgucken verabredet haben. 

Julian saß im HSV-Trikot (das hat heute hergehalten, da wir kein anderes haben) auf einem Stuhl direkt vor Kopf. Da seine Augen getapt waren, konnte er auch gucken. Und er saß dort wie ein Großer. Dank des Sprechventils konnte er ‚Rarara‘-Geräusche von sich geben. Das hat er auch fleißig gemacht. Vermutlich hat er die ganze Zeit das Spiel kommentiert. Und er ist tatsächlich die ganze Zeit dort sitzen geblieben. Wirklich erstaunlich wie gut und lange er das mittlerweile kann. Er schwankt nicht mehr wie ein Seemann hin und her, sondern kann sich richtig prima in der Mitte halten. Das ganze Gewusel und der Lärm haben ihm heute gar nichts ausgemacht. Wie schön. Da haben wir tatsächlich etwas gefunden, was ihm auch Freude bereitet. Nach der ersten Halbzeit ging es für ihn nach Hause. Schließlich war es schon 18 Uhr und wir wollten es nicht direkt übertreiben. Es war richtig schön, dass er dabei war und dass unsere Jungs auch gewonnen haben, hat uns alle gefreut. 

Julians 1. Karussellfahrt

Heute war es endlich so weit: Julian ist das erste Mal Karussell gefahren!!!

Wir sprechen schon seit fast 3 Jahren darüber. Damals hat eine Kinderkrankenschwester im Paderborner Krankenhaus erzählt, dass sie mit einem beatmeten Kind Karussell gefahren ist: das Kind im Hubschrauber und sie mit Beatmungsgerät hinterher. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Seitdem haben wir darüber gesprochen, dass Julian auch eines Tages Karussell fahren wird. Ursprünglich hatten wir es zu Libori geplant. Da hat es aus Krankheits- und Organisationsgründen noch nicht geklappt. Daher war es jetzt zum Weihnachtsmarkt geplant. Wir sind extra heute zum Weihnachtsmarkt gegangen und uns durch das Getümmel  vom verkaufsoffenen Sonntag gestürzt. Ursprünglich wollten wir beim Pferdekarussell uns in diese Art Wippe setzen, weil man dort auch als Erwachsener sitzen kann. Die war aber belegt. Also hat der Papa Julian kurzerhand aufs Pferd gesetzt und Bjarne hat sich das Pferd daneben geschnappt. Wundervoll!! Der Monitor hat zwar immer mal wieder rumgepiepst. Das lag aber mehr am Gezappel  des kleinen Reiters als an irgendwelchen Problemen. Es hat also prima geklappt und wir waren uns alles einig, dass es Julian gut gefallen hat.

Leider hatte die Schwester aus dem Krankenhaus keine Zeit, so dass Fiona die Ehre hatte, der ersten Fahrt beizuwohnen. Das andere Versprechen wird also noch nachgeholt. 

Julians Urlaub bei Oma und Opa / Renovierung

Julian ist seit Sonntag Mittag zusammen mit seinem Bruder (und natürlich seinen Aufpassern – wie Bjarne die Pflegefachkräfte nennt) in Bielefeld bei Oma und Opa. Wir haben die Zeit genutzt und aus Julians „Baby“ Bienenzimmer ein richtiges Jungszimmer mit Strand und Meer. Schließlich ist er ein waschechter Hamburger Jung.  Hier die ersten Eindrücke. 
Vorher:

Und jetzt das Ergebnis nach 11 Stunden streichen. Wir finden, es hat sich gelohnt. Jetzt fehlen noch weitere Accessoires, die nach und nach kommen werden. 

Alles Knopfloch oder was?

Ich war heute fleißig und habe Julians Bodys „umgebaut“. Ich hatte schon vor einiger Zeit im Internet Bodys gefunden, die ein Loch für die PEG-Sonde haben. Die Bodys fand ich allerdings recht teuer  und so kam ich auf die Idee, die Löcher einfach selber zu machen. 

Da der Stoff der Bodys recht dünn ist, habe ich zuerst einen kleinen Flicken auf der Innenseite zur Verstärkung aufgebügelt. Anschließend  habe ich mit der Nähmaschine ein Knopfloch von ca. 2,5 cm genäht und aufgetrennt. Voila. Fertig ist das PEG-Knopfloch. Jetzt können wir den Schlauch dort durchziehen und er ist bequem zu erreichen. Vorher ging der Schlauch unten durch den Body und durch die Hose wieder nach oben. Dadurch wurde er oft abgeknickt und es war ein ziemliches Gefummel. Versteckt wird das Loch und der Schlauch noch durch den Pullover. 🙂

   
 

Bäcker Julian

Heute hat Julian sein erstes Brötchen gebacken:

– Hände waschen: eine ziemliche Herausforderung, wenn man seinen Kopf nicht richtig halten kann. Also habe ich Julian über über das Waschbecken gehalten und gleichzeitig seinen Kopf festgehalten. Mit der Assistenz  von Pflegefachkraft und natürlich Bjarne haben wir die Hände gewaschen und wieder getrocknet. 🙂 Bjarne – auch hier wieder ein toller Bruder – erklärt Julian auch immer ganz genau, was er machen muss. Und da Julian meistens nicht reagiert, legt Bjarne direkt selber Hand an. 

– Teig kneten: Das fand Julian  ganz spannend und hat versucht die Hände auf und zu gemacht. Echt süß. 

– aufs Backblech legen: mit ein bisschen schütteln von Julians  Hand landete der Teig auf dem Bachblech – meistens….

Und das Endergebnis fertig gebacken und anschließend püriert, lässt sich auch sehen.  

  

Die Trommler

Julian hat einen Cousin (der Sohn von meinem Bruder), der quasi genauso alt ist wie er. Und wenn Julian keinen Frühstart hingelegt hätte, hätten sie auch fast zusammen Geburtstag feiern können. 

Mein Bruder schickte neulich ein Video auf dem sein Sohn das Schlagzeug bearbeitet. Echt süß und es klang gar nicht schlecht. Ich habe es Julian vorgespielt und was macht er? Klopft mit dem Greifring rhythmisch gegen seinen Gips. Er hat das die letzten Tage entdeckt und öfters gemacht. Aber das Video hat ihn nochmal extra motiviert. So niedlich! Sobald das Video zuende war, wurde Julian total unruhig und hörte auf zu klopfen. Wenn ich es erneut gestartet habe, war er zufrieden und klopfte mit. So ging das eine ganze Weile. Echt lustig! Die Pampers-Pop-Band kann also demnächst gestartet werden! 😉 

Und heute Tag 13 im Gips geschafft. 👍